Ausstellung

  • Jenny Michel: Exit
  • Eine Wandinstallation im Steinatelier
  • 14. Juni 2019 – 15. Januar 2020
  • Jenny Michel vereint in ihrer Arbeit Objekte, Zeichnungen, Texte und Sound zu komplexen Werkreihen, die einen vielschichtigen inhaltlichen Hintergrund von philosophisch-wissenschaftlichen Betrachtungen und davon ausgehenden, sich weiterentwickelnden Theorien besitzen. Assoziationen von geschichtlichen, technischen und gedanklichen Fragmenten bilden dabei eine komplexe Erzählung von Wissen und Glauben, Utopie und Müll.

    Die Wandinstallation „Exit“ reiht sich in diese Erzählung mit ein und spannt dabei einen Bogen von dem Kontrollwahn unserer Gesellschaft hin zu Fluchtfantasien und Sehnsüchten nach einer besseren Welt. Auf ein Gerüst – zusammengesetzt aus gefundenen Holzlatten – wurden dazu Fragmente aus verschiedenen Utopien zu einem neuen Text kombiniert und labyrinthisch über die Holzstruktur kaschiert. Darüber liegen in verschiedenen Schichten Flucht- und Rettungspläne. Durch Druck auf Japanpapier und anschließendem Cut-out-Verfahren zu einem undurchdringlichen Geflecht verarbeitet, ziehen sich diese nun über die Holzstruktur und verdecken mehr oder weniger die darunter liegenden utopischen Wunschträume.

    Jenny Michel (geb. 1975 in Worms) studierte an der Kunsthochschule Kassel Visuelle Kommunikation und Freie Kunst, u.a. bei Prof. Norbert Radermacher, Prof. Bjørn Melhus und Prof. Ursula Panhans-Bühler. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Sie war 2008 EHF-Stipendiatin der Konrad-Adenauer Stiftung und wurde 2010 mit dem HAP-Grieshaber Preis ausgezeichnet. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter Kupferstichkabinett Berlin, Berlinische Galerie und ERES-Stiftung München.

_DSC8822_JMichel_klein

Jenny Michel, Exit, 2018, Detail; courtesy FeldbuschWiesnerRudolph, Berlin (Foto: Yuki Jungesblut; VG Bild-Kunst, Bonn 2019)