Ausstellung

  • 10. Ausstellung auf der Galerie des Kunsthaus Dahlem
  • taut scharoun – Arbeiten von Albert Weis
  • 11. November 2018 – 14. Januar 2019
  • Utopische Programme und Raumvorstellungen der Moderne und Nachkriegsmoderne im 20. Jahrhundert stehen im Fokus von Albert Weis’ Werk. Die Architekten Bruno Taut (1880-1938) und Hans Scharoun (1893-1972) haben mit ihrem Werk die Identität der Stadt Berlin maßgeblich geprägt. Weis zeigt ihre Architektur, etwa die Berliner Philharmonie von Scharoun und und die Siedlung Onkel Toms Hütte von Taut, aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Seine Fotografien und Papierarbeiten bilden nicht die Bauten ab, sondern erforschen ihre architektonische Sprache. Dabei nähert sich Weis mit dem Blick des Bildhauers seinen Motiven, seine Fotografien legen die skulpturalen Qualitäten architektonischer Details offen.

    Die Ausstellung »taut scharoun« zeigt unter anderem Arbeiten aus aus dem Werkkomplex »philharmonie«, den Weis um 2010 begonnen hat. Mit unterschiedlichen Arbeiten untersucht Weis die Struktur der von Hans Scharoun zwischen 1960 und 1963 erbauten Philharmonie in Berlin und das ihr zugrundeliegende kristalline Formenvokabular. Über den Prozess von Faltung und Überlagerung entwickelt sich eine komplexe Werkgruppe aus Papierarbeiten, Fotoarbeiten und recherchierten Materialien, die teilweise skulptural ergänzt wird.

    Zentral ist die Fotoarbeit auftakt I, die sich auf die SkulpturAuftaktvon Bernhard Heiliger bezieht. Berhard Heiliger (1915-1995) wohnte und arbeitete im Dahlemer Atelierhaus, bevor es 2016 zum Kunsthaus Dahlem umgewidmet wurde. Die Skulptur wurde 1963 für die Philharmonie geschaffen und steht seitdem im Foyer des Gebäudes. Von vier im Boden installierten Scheinwerfern beleuchtet, wirft sie einen Schatten an die schräge Decke des Foyers, der von den Besuchern des Konzerthauses kaum beachtet wird. »auftakt I« zeigt diesen Schatten, der in überraschender Weise Scharouns erster Skizze, der sogenannten »Urskizze«, für die Philharmonie ähnelt.

    Mit einer neuen Werkgruppe von Fotografien, kombiniert mit Collagen und Papierarbeiten, untersucht Weis die Formensprache und das Farbrpertoire der dem Kunsthaus Dahlem nahe gelegenen Siedlung Onkel Toms Hütte von Bruno Taut, die zwischen 1926 und 1931 erbaut wurde.

    Albert Weis (*1969 in Passau) studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München und wurde 1997 Meisterschüler bei James Reineking. Er wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Längere Studienaufenthalte führten ihn nach Paris, Los Angeles und Dublin. Er lebt und arbeitet in Berlin.