Geschichte des Hauses

Bis 1945

Das Staatsatelier Arno Brekers

Das Kunsthaus Dahlem hat seinen Sitz im ehemaligen Staatsatelier des Bildhauers Arno Breker. Der aus mehreren Atelierräumen bestehende Bau wurde 1939 bis 1942 nach Entwürfen des Architekten Hans Freese, Professor an der Technischen Hochschule Dresden, für den Bildhauer Arno Breker in Berlin Dahlem errichtet. Breker gehörte neben Josef Thorak zu den meistbeschäftigten Bildhauern des Dritten Reiches und lieferte seit 1937 Bauplastiken für die Monumentalbauten Albert Speers. Für den Berliner Atelierentwurf orientierte sich Hans Freese an Speers monumentalem Ateliergebäude für Thorak, erbaut 1938 bis 1942, in Baldham bei München.

Die Tiefbauarbeiten für den Dahlemer Gebäudekomplex begannen im Juni 1939 auf einem abgeholzten Waldgelände, das die Stadt Berlin dem Staat „auf Wunsch des Führers“, wie es in der Bauakte heißt, zur Verfügung gestellt hatte. Vorgesehen war die Errichtung eines Ateliers, das mit neuesten technischen Einrichtungen wie Kran, Hebebühne und Lastenfahrstuhl zum Keller ausgestattet werden sollte.

Bereits im November 1941, noch vor der offiziellen Fertigstellung des Ateliergebäudes im Februar 1942, empfing Breker hier im Mittelsaal erste Gäste: Im Rahmen eines vom NS-Propagandaministerium organisierten Deutschlandbesuchs besichtigte u. a. eine Gruppe französischer Künstler das Gelände.

Breker selbst nutzte das Atelier allerdings nur sporadisch bzw. für kurze Zeit. Zunehmende Bombendetonationen und die von ihnen am Bau verursachten Beschädigungen wie die geborstenen Glasoberlichter machten die Nutzung der Räume schon bald unmöglich. Brekers Hauptarbeitsstätte wurde stattdessen das Schloss Jäckelsbruch, ein Rittergut, das ihm 1940 anlässlich seines 40. Geburtstages von Adolf Hitler persönlich geschenkt worden war. Im benachbarten Wriezen befand sich zudem seit 1941 ein Werksgelände mit Gleisanschluss und Kanalhafen: die Arno-Breker- Bildhauerwerkstätten GmbH.

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Das Staatsatelier Arno Breker. Von Dr. Nikola Doll.