Veranstaltung

  • 06. September 2019 | 19:00 Uhr
  • Kunst in unruhigen Zeiten
  • Podiumsdiskussion und Künstlergespräch
  • Was für Rolle soll die Kunst haben in unruhigen Zeiten? Was für politische Projekte kann Kunst vermitteln, und wie? In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in einem zunehmend konfliktgeladenen Zeitklima schloss sich die Avantgarde auf beiden Seiten des Atlantiks zu literarischen Zirkeln und Künstlergruppen zusammen: Gesellige Konstellationen von Künstlern, Schriftstellern und Intellektuellen in Europa und Amerika suchten durch teils radikale Experimente und utopische Visionen Gegengewichte zur politischen Gegenwart zu schaffen. Ulrike Wagner (Bard College Berlin), Reinhold J. Fäth (HKS Ottersberg) und Laura Scuriatti (Bard College Berlin) besprechen, zusammen mit der Künstlerin Jenny Michel, diese Fragen auf der Basis des Bandes  »Groups, Coteries, Circles and Guilds: Modernist Aesthetics and the Utopian Lure of Community« (in Juni 2019 bei Peter Lang Oxford erschienen).

    Die im Band versammelten Aufsätze untersuchen diese Gesellschafts- und Kunstprojekte als Ausdruck unterschiedlicher Formen der Utopie, die auf einem Ethos von Gemeinschaft und Freundschaft gründen. Im Mittelpunkt stehen hierbei die interdisziplinären Kunstpraktiken der Porza Gruppe, die abstraken hannover, die anthroposophische Gemeinschaft Aenigma, utopische Bestrebungen von Künstlergruppen in Dornach (Schweiz), die Farley Farm in England, die »Young American Critics« innerhalb der Bloomsbury Gruppe und die Netzwerke der Künstlerinnen Mina Loy,  Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven und Djuna Barnes. Auch die Wurzeln modernistischer und avantgardistischer Utopien von Geselligkeit und Gemeinschaft während der Aufklärung im 18. Jahrhundert werden in den Blick genommen. Einzelanalysen befassen sich mit der problematischen Rolle individueller Autorschaft im Rahmen von auf Kooperation basierenden Vorstellungen künstlerischer Innovation.

    Eintritt frei