Veranstaltung

  • 20. Januar 2022 | 18:00 Uhr
  • Der nackte Fetisch
  • Wie Carl Einstein die afrikanische Kunst erfand
  • Vortrag von Prof. Dr. Uwe Fleckner (Universität Hamburg)

    In der Erforschung expressionistischer Kunst wird oft auf das Vorbild afrikanischer Plastik hingewiesen. Die Geschichte der Rezeption dieser Werke zeigt hingegen, dass deren Verhältnis zur Moderne sehr viel komplexer war. Als einer der ersten hat sich der Kunsthistoriker und Schriftsteller Carl Einstein (1885-1940) mit der Ästhetik afrikanischer Artefakte beschäftigt.

    Betrachtet man dessen Studie »Negerplastik« (1915) genauer, so macht man eine erstaunliche Entdeckung, die unser Verständnis vom Einfluss der afrikanischen Kunst auf den Expressionismus und andere avantgardistische Kunst auf den Kopf stellt. Der Vortrag von Uwe Fleckner (Universität Hamburg) widmet sich detailliert dieser neuen Einsicht und führt dabei zugleich in die faszinierende Welt der afrikanischen Plastik ein.

    Uwe Fleckner ist Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und Direktor des Warburg-Hauses. 1997–2002 war er Stellvertretender Direktor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris und lehrte 2011 als Gastprofessor an der Standford University.
    Er ist Mitherausgeber der Gesammelten Werke Carl Einsteins und Aby Warburgs sowie Autor zahlreicher Publikationen zur Kunst des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Zudem kuratierte er mehrere Ausstellungen, darunter 2008/2009 »The invention of the 20th century« im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia. Zurzeit bereitet er eine Ausstellung über Aby Warburgs Pueblo-Sammlung im MARKK – Museum am Rothenbaum in Hamburg vor.

    Eintritt frei
    Anmeldung unter info@kunsthaus-dahlem.de oder 030 | 831 2012.

    *Die in der Ankündigung genannte Publikation von Carl Einstein ist eine der progressivsten Schriften des 20. Jahrhunderts. Der Titel entspricht einem historischen Sprachgebrauch, der heute nicht mehr angemessen ist, weil er rassistische Stereotypen reproduziert und diskriminierend ist, und von dem sich das Kunsthaus Dahlem distanziert.