Veranstaltung

  • 15. Oktober 2021 | 19:00 Uhr
  • Obstacle Obersalzberg
  • Abendveranstaltung
  • Der Obersalzberg, ehemaliges »Führersperrgebiet«, ist in mehrfacher Hinsicht ein Hindernis. Als »Erinnerungsort« und Ort eines Dokumentationszentrums klärt er über Funktion und Wirkweise des zweiten Regierungssitzes der Nationalsozialisten im Berchtesgadener Land auf. Zugleich bleibt er Pilgerstätte unaufgeklärten Sensationstourismus wie auch der neuen Rechten.

    Der Obersalzberg ist Untersuchungsgegenstand künstlerischer Forschungsarbeit. Henrike Naumann zitiert in ihrer aktuellen Ausstellung »Einstürzende Reichsbauten« im Kunsthaus Dahlem den Obersalzberg als historischen Raum der Macht. Sie hat das vom spektakulären Panoramafenster des dortigen Empfangssaals sichtbare Alpenpanorama aus Schrankelementen »nachgebaut« und der Natur gegenübergestellt, auf die man durch die großen Fenster der Ausstellungshalle blickt. Caroline Kapp und Manon Haase setzen sich in ihrer gemeinsamen Theaterarbeit mit Geschichtsschreibung, dem (un)kollektiven Gedächtnis, marginalisierten Erinnerungen und Erinnerungskulturen auseinander. In ihrer aktuellen Arbeit begeben sie sich ins Berchtesgadener Land, um den Obersalzberg als rechten Raum und Ort politischer Inszenierung von Landschaft und Architektur zu erforschen. Auf der Suche nach den Antworten auf die Frage, was der Obersalzberg heute ist, führen sie Interviews, die die komplexen Biografien der Ortsansässigen, aber auch die Motivation der Tourist:innen dokumentierbar machen.

    In der Veranstaltung Obstacle Obersalzberg diskutieren Henrike Naumann, Caroline Kapp und Manon Haase aus künstlerischer Perspektive, wie man heute dem Obersalzberg begegnen kann. Ausgangspunkt der Diskussion werden die Ergebnisse der Recherchen und Erfahrungen zum Obersalzberg sein, um gemeinsam der Verbindung von Kunst, Ideologie und Architektur nachzuspüren. Gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen der Künstlerinnen auf den Forschungsgegenstand lassen Raum für eine vielfältige Diskussion. Im Anschluss daran ist das Publikum eingeladen Fragen zu stellen.

    Der Eintritt ist frei.
    Es handelt sich um eine 2G-Veranstaltung.
    Die Plätze sind begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten: info@kunsthaus-dahlem.de
    oder 030 | 83 12012.

Henrike Naumann: Einstürzende Reichsbauten, 2021, Ausstellungsansicht Kunsthaus Dahlem. Foto: Moritz Jekat; courtesy Henrike Naumann & KOW Berlin.