11.12.2025
18:00
Nono – Sartorius – Vedova
1987 lernte Joachim Sartorius, damals Leiter der Berliner Festspiele, den Künstler Emilio Vedova kennen, den ihm der Komponist Luigi Nono in Venedig vorstellte. Aus dieser Begegnung entstand eine langjährige, intensive Freundschaft, die auch in einer Folge von Radierungen Ausdruck fand, mit denen Vedova das Gedicht »Die Schatten unter den Wellen« des Lyrikers und Festspielleiters Sartorius interpretierte.
Über sein Zusammentreffen mit Nono und Vedova sowie über das damalige Berlin spricht Joachim Sartorius anlässlich der aktuellen Ausstellung »Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen« mit Dorothea Schöne, Künstlerische Leiterin des Hauses, und liest Gedichte, die mit Vedova und Nono eng verbunden sind.
Joachim Sartorius (*1946) war nach einem Jurastudium von 1973 bis 1986 im diplomatischen Dienst unter anderem in New York, Istanbul, Ankara und Nikosia tätig. Anschließend leitete er das DAAD-Künstlerprogramm, war Generalsekretär des Goethe-Instituts und von 2001 bis 2011 Intendant der Berliner Festspiele.
Literarisch trat Sartorius als Lyriker, Herausgeber und Übersetzer in Erscheinung – unter anderem mit Übertragungen von John Ashbery, Wallace Stevens und E. E. Cummings, der Herausgabe von Werken Malcolm Lowrys und William Carlos Williams sowie dem »Atlas der neuen Poesie« (1995) als der wohl umfassendsten Lyrik-Edition der Gegenwart. Sartorius ist Mitherausgeber der Zeitschrift »Sprache im technischen Zeitalter« und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, lebt er heute in Berlin und Syrakus.