20.03.2026 –
21.06.2026
ÄSTHETIK ALS POLITISCHE STRATEGIE – Werke aus dem Nationalmuseum für Moderne Kunst Zagreb 1945–1960
- Vom Sozialistischen Realismus zur Abstraktion
- Über die Ausstellung
- Künstler:innen
- Pressestimmen
- Förderung
- Kooperationspartner
Eröffnung: Donnerstag, 19. März 2026, 19 Uhr
Mit der Ausstellung Ästhetik als politische Strategie zeichnet das Kunsthaus Dahlem den Weg der jugoslawischen Kunst vom Sozialistischen Realismus zur Abstraktion zwischen 1945 und 1960 nach. Während auch breitere Entwicklungen im jugoslawischen kulturellen Kontext dieser Zeit betrachtet werden, liegt der Fokus auf Künstler:innen aus Kroatien. Anhand bedeutender Werke aus dem Nationalmuseum für Moderne Kunst (NMMU) in Zagreb wird deutlich, wie sich durch politische Umbrüche in Jugoslawien in dieser Zeit eine einzigartige künstlerische Sprache entwickelte.
Kurator:innen: Branko Franceschi (Direktor, NMMU) und Marta Radman (Kuratorin, NMMU)
Vom Sozialistischen Realismus zur Abstraktion
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich in vielen sozialistischen Staaten – etwa in der DDR – der Sozialistische Realismus als verbindliche Kunstform durch. Kunst sollte den Aufbau der neuen Gesellschaft sichtbar machen, politische Ideale vermitteln und als Werkzeug staatlicher Ideologie dienen. Während dieser Stil beispielsweise in der DDR über Jahre hinweg nahezu unumstritten vorherrschte, schlug das damalige Jugoslawien einen eigenen Weg ein.
Zunächst förderten auch hier die sozialistische Verwaltung und die öffentlichen Kulturinstitutionen heroische Darstellungen des Partisanenwiderstands und des Wiederaufbaus des kriegszerstörten Landes. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Porträtkunst mit Bildern führender kommunistischer Funktionäre, vor allem aber des omnipräsenten Staatsführers Tito. Doch nach dem Bruch mit Stalin im Jahr 1948 öffnete sich das Land zunehmend dem Westen – politisch, wirtschaftlich und kulturell. In der Kunst bedeutete das einen bemerkenswerten Wandel: Abstraktion, Experimente und existenzielle Figuration gewannen zunehmend an Bedeutung. Kunst wurde zum Mittel der Kulturdiplomatie und machte Zagreb von den 1950er- bis 1970er-Jahren zu einem internationalen Zentrum der Moderne.
Über die Ausstellung
Die Ausstellung zeigt diesen Wandel anhand repräsentativer Werke, die für die Sammlung des Nationalmuseums für Moderne Kunst in Auftrag gegeben wurden. Dabei wird nicht nur die Entwicklung von einer staatsnahen, figürlichen Kunst bis hin zu freien, abstrakten Bildsprachen veranschaulicht, sondern es werden auch Künstler:innen vorgestellt, die zwischen politischer Kontrolle und künstlerischer Freiheit ihren eigenen Ausdruck suchten. Die Auswahl umfasst Skulpturen, Gemälde, Arbeiten auf Papier sowie Medaillen und Ephemera.
Mit dieser ästhetischen Entwicklung sind jedoch auch dramatische politische Erfahrungen verbunden. Während Jugoslawien sich vorsichtig dem Westen annäherte, behauptete die Kommunistische Partei im Inneren vollständig ihre Macht. Daher ging die Etablierung der sozialistischen Herrschaft mit Repression, Gewalt und der brutalen Verfolgung politischer Gegner einher. Diese dunkle Seite der Geschichte bildet den spannungsvollen Hintergrund für eine Kunst, die zugleich Hoffnung, Kontrolle, Widerstand und Aufbruch ausdrückt.
Künstler:innen
Antun Augustinčić, Vojin Bakić, Marijan Detoni, Dušan Džamonja, Ivo Gattin, Ivan Jeger, Ksenija Kantoci, Julije Knifer, Slavko Kopač, Vladimir Kristl, Ferdinand Kulmer, Milena Lah, Aurelije Lukežić, Valerije Michieli, Edo Murtić, Ivan Paleka, Šime Perić, Ivan Picelj, Vanja Radauš, Božidar Rašica, Ivan Sabolić, Aleksandar Srnec, Marino Tartaglia und Josip Vaništa.
Pressestimmen
- Večernji list (10.03.2026, auf Kroatisch)
Branko Franceschi: »Das Kunsthaus Dahlem wurde während der NS-Zeit erbaut und war ursprünglich der Wohnsitz von Hitlers Lieblingsbildhauer«
FÖRDERUNG
Freundeskreis Kunsthaus Dahlem – Bernhard Heiliger e. V.
KOOPERATIONSPARTNER
Nacionalni muzej moderne umjetnosti (Nationalmuseum für Moderne Kunst Zagreb)