23.10.2026 –
14.02.2027
Eva Frankfurther
Eva Frankfurther (1930–1959) wurde 1930 in Berlin in eine gebildete und assimilierte jüdische Familie geboren. Nach dem Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland floh sie 1939 mit ihrer Familie nach London. Zwischen 1946 und 1951 studierte sie dort an der St. Martin’s School of Art.
Von der Londoner Kunstszene enttäuscht, zog sie nach ihrem Abschluss nach Whitechapel im Londoner East End, wo sich seit mehreren Generationen immer neue Einwanderergemeinschaften niedergelassen hatten.
In den folgenden sechs Jahren verdiente sie ihren Lebensunterhalt mit der Abendschicht als Verkäuferin im „Lyons Corner House“ und später in einer Zuckerraffinerie, sodass sie tagsüber Zeit zum Malen hatte.
Inspiriert von so unterschiedlichen Künstlern wie Rembrandt, Käthe Kollwitz und Picasso widmete sie sich der ethnisch vielfältigen, größtenteils aus Einwanderern bestehenden Bevölkerung, in deren Mitte sie lebte und arbeitete. Ihre Studien über die neuen Gemeinschaften der Westinder, Zyprioten und Pakistaner, die sie sowohl bei der Arbeit als auch in ihrer Freizeit mit Einfühlungsvermögen und Würde darstellte, sind ihr größtes Lebenswerk.
Zwischen 1948 und 1958 unternahm Frankfurther zudem ausgiebige Reisen durch Europa und schrieb in ihren Briefen an die Heimat lebhafte und einfühlsame Berichte über die Kunst und die Menschen, denen sie begegnete. In ihrem letzten Lebensjahr lebte und arbeitete sie acht Monate lang in Israel, bevor sie im Oktober 1958 nach London zurückkehrte. Drei Monate später nahm sie sich im Alter von achtundzwanzig Jahren, von Depressionen geplagt, das Leben. Trotz ihrer kurzen künstlerischen Laufbahn hinterließ sie ein bedeutendes Werk, das vor allem von Mitgefühl für die Würde einfacher arbeitender Menschen aller Ethnien und Gemeinschaften geprägt war.
Erstmalig werden ihre sensiblen Porträt- und Milieustudien nun in einer Einzelausstellung in Deutschland wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Anhand von über 40 Grafiken und Gemälde wird gleichermaßen ihr zeichnerisches und malerisches Talent, wie auch ihre genaue und einfühlsame Beobachtungsgabe ersichtlich.
FÖRDERUNG
Freundeskreis Kunsthaus Dahlem – Bernhard Heiliger e. V.